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Frühlings-Fingerkraut

(Potentilla verna agg.)

IV — VI Home Trockenrasen, Böschungen
5 — 15 cm indigen NT
Potentilla verna
Hemikryptophyt, coll-om. Die Laubblattoberseite ist locker mit Sternhaaren (Büschelhaaren) besetzt oder auch kahl oder mit wenigen einfachen Haaren, aber niemals graufilzig. Die Blütenstiele haben meist Drüsenhaare aufzuweisen. Die Laubblattunterseite hat meist nur längere einfache Haare, aber keine Kräuselhaare und keine Sternhaare. Die Laubblätter sind 5-zählig, ebenso die gelben Blüten. Die Kronblätter sind länger als die Kelchblätter. Die Pflanze bildet lockere Polster bis Rasen. Es kann sich bei den abgebildeten Exemplaren um Potentilla pusilla und/oder Potentilla neumanniana handeln (Lit). Beide Arten kommen in allen österreichischen Bundesländern vor (Lit).
 
Blüte groß
03.04.2020 Pucking
 
Aufnahme: 30.04.2016 Spitz
 
Habitus
Aufnahme: 30.03.2019 Pucking
 
Blüten
 
 
Laubblattoberseite
 
 
Blattunterseite
Aufnahmen: 06.04.2023 Pucking

Wikipedia

Aus der Flora von Oberösterreich 1885

"1463. P. verna L. (Frühlings-F.)
Wurzel spindelig, wenig verästelt, meist tiefabsteigend, mehrköpfig. Köpfe meist in zahlreiche, nach allen Seiten ausgebreitele, niederliegende, holzige, rasenbildende Stämmchen treibend. Stengel 3—6' hoch, aufrecht oder aufsteigend, sammt Blatt- und Blüthenstielen und Kelchen anliegend oder abstehendbehaart, zottig oder graufilzig, armblättrig, oberhalb trugdoldigästig, mehrblüthig. Blätter der unfruchtbaren Wurzelköpfe länger, der fruchtbaren kürzergestielt; 5 — 7schnittig oder einige, besonders stengelständige 3schnittig (selten alle Blätter 3schnittig und dann der Ueberzug graufilzig). Abschnitte verkehrteiförmig oder länglichkeilig, vorne tiefgesägt oder gekerbt, gleichfärbig oder doch ziemlich gleichfärbig, unterseits und am Rande oder beiderseits zerstreutbehaart, oft mit untermischtem, krausem oder sternförmigem Flaume oder zottig oder graufilzig, aber die Haare nicht zu seidigglänzenden Saumstreifen vereinigt. Kronen zwischen 4—8''' Durchmesser abändernd. Kronblätter heller oder dunkler gelb, zuweilen mit einem orangefarbenen Flecken an der Basis verkehrt-seichtherzförmig. Schalfrüchte kahl, unberandet, schwachrunzelig.
März - Juli

 

  • α cinerea Neilr. (P. cinerea Chaix. — P. subacaulis Walf. — P. verna All. non L. — P. incana Mönch. — P. ovata Poiret.) Blätter sämmtlich 3schnittig oder sämmtlich 5schnittig oder 3- und 5schnittige vermischt, oberseits graulichgrün, unterseits fast aschgrau, aber doch ziemlich gleichfärbig; die unteren Nebenblätter lineal, die oberen lanzettlich bis eiförmig. Ueberzug filzig, aus dichten Sternhärchen und mehr weniger beigemischten Haaren gebildet. Durch den graufilzigen Ueberzug ausgezeichnet. Der Unterschied der nicht ausgerandeten, sondern abgerundeten Kronblätter (Schlechtendals Abbildung XII. 6.) ist nicht constant, ebensowenig der stärkere Bau und die grösseren Kronen, da kleine Voralpenformen mit 1—3" langen Stengeln nicht selten sind,
  • β viridis Neilr. (P. verna L. fl. succ.) Blätter 5-, seltener 7schnittig, die oberen meist 3schnittig, beiderseits grasgrün. Abschnitte länglichverkehrteiförmig. Die unteren Nebenblätter lineal, die oberen lanzettlich bis eiförmig. Ueberzug aus einfachen, steiflichen, aufrecht abstehenden Haaren gebildet, welchen oft ein Flaum von krausen Haaren oder Sternhärchen untermischt ist.
  • γ rubens (P. opaca L. Amoen. — P. verna var. opaca Döll. Kitt. Neilr. Fragaria rubens Crantz.) Blätter 5 — 7schnittig, beiderseits trübgrasgrün oder bei dichterer Behaarung auch graugrün; die unteren Nebenblätter lanzettlich, die oberen breiter, bis eiförmig. Ueberzug glanzlos zottig, aus einfachen, weichen, bis 1''' langen, wagrecht abstehenden Haaren gebildet. Durch die dünnen, purpurrothen Stengel und den lang- und weichhaarigen Ueberzug ausgezeichnet.

α Form steriler, steiniger oder sandiger Stellen, an Rainen, Hügeln, auf Haidetriften, in Hohlwegen. Häufig und stellenweise massenhaft auf der Welserhaide um Hörzing, Weingartshof, Neubau, Wels. Um Kremsmünster, Hall, Steyr. Auf kurzbegrasten Wiesen der Kalkvoralpen überall, z. B. in der Schön bei Michldorf, um Leonstein, in der Molln. Die kleine Form mit vorherrschend 3schnittigen Blättern (var. trifoliata Koch.) auf höheren Standpunkten der Kalkvoralpen.

β An Wegen, Rainen, auf trockenen, sonnigen Grasplätzen und Hügeln, auf Dämmen, Erdabhängen, an verwitterten Felsen niedriger und gebirgiger Gegenden, vorzugsweise über lehmbestreutem Kalk, auch über kalkreichem Gneiss, Granit, tertiärem Sande, im ganzen Gebiete gemein.

γ Auf Haidegrund, besonders über Traunalluvium der Welserhaide, seltener über Donaualluvium. Um Linz, zunächst auf entblössten Waldstellen des ehemaligen Füchsenwäldchens, um St. Peter. Am Hohlwege vom Sophiengütel nach Niedernreith, am Spalaberge, an Schottergruben und Dämmen der Haide. Bei Wels, Steinhaus, Kirchberg bei Kremsmünster, Pfarrkirchen, Hall, Steyr u. s. w. Im Salzkammergute. Oft in Gesellschaft von var. β vereinzelt und in diese übergehend."

Aus: Duftschmid, J.: Die Flora von Oberösterreich, IV. Band (Seite 221), Linz 1885, Verlag Ebenhöchsche Buchhandlung.
Zum Ortsverzeichnis einiger der bei Duftschmid angegebenen Standorte

 

 Letzte Bearbeitung 19.07.2026

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